Donnerstag, 26. Juli 2012

Fantastisches aus dem "Aurora" - Der Lügner und der Fantasievolle

Der Lügner und der Fantasievolle

Vor langer Zeit lebte ein Junge, der immer die Unwahrheit sagte. Auf jede Frage, die man ihm stellte antwortete er mit einer Lüge. "Die Nachbarkinder haben den Garten verwüstet" Seine Lügen wurden mit jedem Mal immer fantastischer. Erst hatte der Hund die Hausaufgaben gestohlen, dann das Pferd und zum Schluß waren es die unterirdischen Kobolde.
Als er in ein Alter kam, wo er Berufstätig werden sollte, schickte sein Vater ihn zum Tischler. Doch dieser schickte ihn nach drei Wochen wieder weg. So erging es dem Lügner auch beim Bäcker, beim Schneider, im Büro des Anwalts und beim Friseur. Niemand wollte ihn haben. Alle sagten, er arbeite ganz gut, wenn er mit dem lügen aufhören würde.
Eines Tages, er arbeitete inzwischen in einem Kiosk, erzählte er gerade einem Mädchen ganz ausführlich, warum ihr Lieblingsheft nicht da war, als dieses Mädchen ihn mit großen runden Augen ansah und anfing zu lachen. "Du bist aber witzig", sagte das Mädchen, "das glaubt dir doch keiner, aber die Geschichte von dem nervösen Drachen war super. Kennst du noch eine?" Der Lügner war erstaunt, aber dann erzählte er dem Mädchen noch eine Geschichte. Das Mädchen kam nun jeden Tag wieder und ließ sich eine Geschichte erzählen. Und bald kam nicht nur das Mädchen sondern immer mehr Kinder. Die Eltern hörten von ihm und engagierten ihn für Kindergeburtstage zum Geschichten erzählen. Er wurde ein sehr beliebter Babysitter und als er genug Geld zusammen hatte, machte er sich selbstständig als Geschichtenerzähler. So wurde aus dem Lügner der Fantasievolle.

Samstag, 21. Juli 2012

Fantastisches aus dem "Aurora" - "Hex"

"Hex"

Begeben wir uns heute in einen kleinen Laden, in einer kleinen Gasse, in einer kleinen ruhigen idyllischen Stadt. Der kleine Laden ist voll gestopft bis oben hin mit Büchern. Es ist Nacht und das Mondlicht scheint in den Laden und wirft silbernes Licht auf die Auslage.
Auf einem rotem Samttuch lagen da mit Liebe dekoriert eine Handvoll Bücher. Es waren alte Bücher, die Rücken benutzt, die Seiten schon oft durchblättert. Das Schicksal hatte sie in diesen Laden gebracht und sie so vor dem Reizwolf oder dem Altern und Zerfall bewahrt.
Hintern den vollgestopften Regalreihen schimmerte ein schwaches Licht. Ganz hinten in dem Laden war auf einem Schreibtisch eine alte Lampe entzündet. An dem Tisch saß ein weißhaariger, gütiger Mann. Die meisten Menschen, die ihn sahen, hätten ihn sehr liebevoll als "alten Kauz" bezeichnet. Er saß an einem neuen Buch und summte eine fröhliche Melodie vor sich hin. Mit einem Strahlen stoppte er seine Arbeit: "So du bist fertig". Er klappte den Buchdeckel zu und bewunderte sein Werk von allen Seiten. "Wunderschön, so überlebst du nochmal 200 Jahre."
Der Mann schlurfte mit dem Buch zur Auslage und legte das neue Buch zwischen eine Originalausgabe von Gothes Faust und einer 2. Auflage des Grimmschen Wörterbuchs. "Na, wer bist du denn?" fragte die Häschenschule ganz vorne. Das neue Buch antwortete: "Man nennt mich allgemein Hex." "Hallo, willkommen in der kleinen Bücherstube, man nennt mich Hase und deine Nachbarn heißen. Dr. F und Wort II. Wo hat dich denn der alte Mann ausgegraben?" "Bei einer Haushaltsauflösung, ich lag da schon seit Jahren unter den Dielen."
Dr. F räusperte sich und Hex wannte sich ihm zu. "Ich bin Dr. F", plusterte sich Dr. F auf. Ein klein bisschen Staub rieselte aus seinen Seiten. "Erzähle von draußen, damit ich das nächste Mysterium studieren kann." "Famos", meldete sich Wort II., "eine grandiose Eingebung, dann ist es mir möglich neue Wörter zu inkludieren". "Ja, bitte erzähl was in dir steht und was du erlebt hast", bat auch Hase und alle anderen Bücher bejahten diesen Vorschlag. Hex begann zu erzählen.
Am nächsten Morgen betrat ein junger Mann enthusiastisch den Laden. Eine Glocke kündigte den Besucher an. "Herr Buchheimer, sie haben ja einen Neuankömmling." "Ja, gestern frisch reingekommen", erklang eine alte Stimme weiter hinten im Laden. Er kam langsam nach vorne und beide Männer standen stolz über der Auslage und bewunderten den Hexenhammer.

Freitag, 20. Juli 2012

Fantastisches aus dem "Aurora" - Die letzte Kornblume

Die letzte Kornblume

Es war einmal ein Getreidefeld. In mitten dieses Getreidefeldes zwischen den goldgelben Halmen stand eine blaue Blume. Diese blaue Blume wurden am Morgen von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Sie öffnete ihre Blütenblätter und schaute sich die Welt an.
Schon nach kurzer Zeit merkte sie, dass die gelben Halme um sie herum, sie komisch anguckten und flüsterten. "Was ist das denn? Sowas habe ich ja noch nie gesehen. Die ist ja garnicht sonnenfarben. Sie ist grün und blau. Die gehört nicht zu uns", und mit diesen Worten bogen sich die Halme weg von der blauen Blume.
"Aber wohin gehöre ich denn dann?", fragte die blaue Blume. "Frag das Unkraut, die haben auch grüne Halme wie du."
Also beugte sich die Blume hinunter und fragte das Unkraut: "Gehöre ich zu euch?" Entsetzt säuselte das feine Unkraut überheblich: "Natürlich nicht. Du bist viel zu grob und fest. Frag das Gras, das ist auch so fest wie du."
"Bin ich das, was ihr seit?", fragte die blaue Blume das Gras. Das Gras stand am Rand des Feldes und hatte schon viel gesehen. Es war die älteste Pflanze auf dem Feld. Weise und gütig meinte das Gras: "Nein, Gras bist du nicht mein liebes Kind, aber ich weiß, was du bist. Früher als ich noch jung war, gab es ganz viele von dir. Ihr wart mit dem roten Mohn zusammen die Könige des Feldes. Dann kam der Bauer mit dem Wasser, das eklig schmeckt und meine Blätter ganz welk und braun macht und seit dem habe ich keinen von euch mehr gesehen."
"Was bin ich denn jetzt?", fragte die blaue Blume ungeduldig.
"Du bist eine Kornblume. Sei nicht traurig, nächstes Jahr werden deine Kinder nicht mehr alleine sein. Denn aus dir werden ganz viele Blumen werden und vielleicht werdet ihr ja wieder die Könige des Feldes."
Der Kornblume gefiel es beim Gras, es war freundlich zu ihr und so blieb sie in seiner Nähe und unterhielt sich mit ihm, bis sie am Ende des Sommers für immer die Augen schloss und davon träumte Königin des Feldes zu sein.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Fantastisches aus dem "Aurora" - Prolog

Fantastisches aus dem Aurora

Prolog

"Darf ich mich setzen?"
"Aber gerne doch, junge Frau"
"Ich habe gehört sie erzählen gerne Geschichten?"
"Ja, da haben sie richtig gehört."
"Könnten sie mir ein paar Geschichten erzählen?"
"Gerne, aber meine Geschichten haben ihren Preis."
"Welchen?"
"Erstmal eine Kaffee mit Milch und Zucker und dann kommts aufs Thema an"
"Fünf kleine kurze Geschichten?"
"Geben sie mir fünf Themen und wenn sie ihnen gefallen reden wir anschließend über den Preis."
"Mmmh, über eine Kornblume, einen Geschichtenerzähler, ein altes Buch, ein kleines schlaues Mädchen und über einen Prinzen"
 "Geben sie mir einen Moment."

Dienstag, 18. Januar 2011

Merkzettel: Western

Eine Kurzgeschichte im Wilden Westen. Ganz typisch und Klassisch. Der Held rettet die Stadt vor dem Bösen und gewinnt dabei das Herz der Dame.
Ich weiß nur, dass ich das gerne mal schreiben würde, angeregt durch mein letztes Uniseminar, aber alles weitere muss noch in meinem Kopf entstehen. Anregungen also immer gerne gesehen oder Wünsche, kann mich ja auch mal an einer Auftragsarbeit versuchen.

Montag, 26. Juli 2010

Merkzettel: Krimi

Charlie Weston ist tot. Er wird von seinen Mitbewohnern in seinem abgeschlossenen Zimmer gefunden.
Das Polizistenteam Franke und Zimmer stehen nun vor der schweren Aufgabe unter den zahllosen Verdächtigen den Täter zu finden.

Die Idee steht. Der Mord ist geschehen. Die erste Befragungsszene ist geschrieben. Jetzt geht es an die genauere Planung. Wer ist der Mörder und was ist die Tatwaffe? Sobald dies steht, können weitere Szenen abgefasst werden.

Freitag, 11. Juni 2010

Merkzettel: Ratten

In den Lüftungsanlagen der Universität leben Riesenratten. Sie haben die Größe eines normalen Menschen und jeden Abend, wenn die Lüftungen um 20 Uhr abgeschaltet werden, kann man sie durch die Rohre tapsen hören.
Dann fordern sie ihr Opfer. Sie bekommen einmal im Monat einen Ersti, denn es fällt nicht auf, wenn diese weniger werden. Bei den Erstis ist eh sehr viel Schwund.